Das physikalische Auge sieht in allen Bildern dasselbe Blau, Gelb, Rot, Schwarz und Weiß. Doch durch die nachbarschaftlichen Farbflächen, Abmessungen der Grenzlinien und im Wechselspiel einfacher geometrischer Formen entstehen Interferenzen, so dass das natürliche Auge anders sieht als das physikalische. Der Kontext ist wichtig, das entscheidende Phänomen entsteht an den Grenzlinien.
Jürg Nännis Bilder loten die Wahrnehmung aus, hinterfragen (Seh-)Gewohnheiten und vermitteln den Betrachtern, was es heißt, eine im wahrsten Sinne des Wortes andere Perspektive einzunehmen, einen Schritt zurückzutreten. Wissen, wovon die eigene Wahrnehmung bestimmt wird, die Dimensionalität der Weltsicht erkennen – eine Sehschule der besonderen Art!
Jürg Nänni
1942
geboren in Rehetobel (AR)
ab 1961
Studium der Mathematik und Physik an der ETHZ, parallel dazu zeitweise Lehrer an Primar- und Sekundarschulen
1965 – 66
Diplomarbeit in Experimentalphysik, Diplomabschluss an der ETHZ
1971
Verleihung des Doktors der Technischen Wissenschaften
ab 1971
Assistenz und Dozentur an der ETHZ, Forschungsarbeiten, Publikationen, Vorträge im In- und Ausland
1991
Softwarepreis, Technologiestandort Schweiz (zusammen mit Walter Schmidli)
seit 1998
Dozent an der FHA
Bücher auf dem Gebiet der Gestaltung:
1991
„Blau.Gelb.Rot“ (mit Hans Knuchel), Verlag Lars Müller, Baden
1993
„see saw“ (mit Hans Knuchel), Verlag Lars Müller, Baden (Preis des Schweizerischen Buchhändlerverbandes)
1994
Mitarbeit am Buch „Flatlands“ von Hans Knuchel, Verlag Lars Müller, Baden
1997
„...aber brich dir ja kein bein...“, Wolfaudruck, Weinfelden (Preis des Schweizerischen Buchhändlerverbandes)
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